Soundkarten - Entwicklung und Technik

Ursprünglich dienten Soundkarten als Erweiterung eines PCs. Der Begriff Soundkarte ist dabei absolut wörtlich zu nehmen, da sich die Platinen als Erweiterungskarte in das Mainboard des Computers stecken ließen.

Technischer Fortschritt bei Soundkarten

Externe SoundBlaster
Externe SoundBlaster X-FI mit SB

Mit der richtigen Software (allen voran natürlich Computerspielen) ließen sich den grauen Kisten namens PC plötzlich statt lumpiger Piepstöne klangvolle Melodien entlocken.
Die ersten Soundkarten waren technisch noch recht einfach, klangen Sie doch eher wie Keyboards die scheinbar musikalisch begabten Kindern unter den Weihnachtsbaum gelegt wurden.
AdLib war der erste Soundstandard, der es im Computerbereich für synthetisch erzeugte Klänge auch lange bleiben sollte. Vorteil der direkt in der Soundkarte erzeugten Klänge war der geringe Speicherbedarf. Der Soundkarte wurde nur mitgeteilt, welches Instrument mit welcher Notation abgespielt werden soll.
Doch die Entwicklung ging auch im Bereich der Soundkarten weiter. Marktführer wurde der Hersteller Creative Labs, dessen SoundBlaster-Serie zum Standard wurde. Damit andere Hersteller eine Chance am Markt haben konnten, mussten diese Ihre Produkte kompatibel zum SoundBlaster machen.
Durch diese Entwicklung wurden plötzlich auch digitalisierte Geräusche möglich. Sprachausgabe, Pistolenschüsse, Reifenquietschen – Spiele wurden nicht nur grafisch sondern auch vom Sound besser und aufwendiger.
Mitte der 90er Jahre gab es einen weiteren Schritt. Mit der Wavetable-Synthese konnten Samples von realen Instrumenten direkt im Speicher der Soundkarte abgelegt und wie bei AdLib-Karten abgespielt werden. Die Revolution währte allerdings nicht lange, denn die CD-ROM befand sich bereits auf dem Siegeszug. Das bedeutete für Spielehersteller: Speicher satt. Und damit auch genügend Platz für von echten Musikern eingespielte Musikstücke.

OnBoard-Sound ersetzt die Soundkarten

Bis Ende der 90er Jahre war Hersteller Creative Labs unangefochtener Marktführer. Dann begannen die Hersteller der Mainboards die Soundkarten direkt auf der Hauplatine zu integrieren. Es wurde also keine weitere Steckkarte im Computer benötigt.

Eine gute Idee, die sich bis heute gehalten hat. Creative Labs allerdings scheint zu dieser Zeit gerade wegen chronischem Durchfall auf dem Bahnhofsklo gewesen zu sein und hat den Zug zum Aufspringen verpasst. Zwar gibt es heute noch Soundkarten mit dem Namen SoundBlaster des Herstellers, aber zur alten Größe hat es bis heute nicht mehr gereicht.

Genügt OnBoard-Sound oder brauche ich eine Soundkarte?

Sind direkt auf dem Mainboard integrtierte Soundlösungen gleichwertig zu einer speziell dafür konstruierten Karte? Für Nutzer, die damit lediglich Audio wiedergeben wollen, sei es für Spiele, Filme oder zum Musikhören, sind die mitgelieferten Lösungen in der Regel völlig ausreichend.

Wer aufnehmen möchte – und das möchten Sie wenn Sie Ihre Schallplatten oder Kassetten digitalisieren möchten – kommt eigentlich auch damit aus, aber…

… möglicherweise liefert die in Ihrem Gerät verbaute Soundlösung bei der Aufnahme gar nicht so gute Qualität. Dabei geht es gar nicht um die nötigen Kilohertz, irgendwelche Bitraten oder Audioauflösungen. Die Integration der Audiochips auf dem Mainboard kann sich beispielsweise an einer eher nicht so idealen Stelle befinden.
Durch alle Bauteile eines Computer fließt Strom und dieser kann Einfluss auf die Qualität der Aufnahmen haben, die gerade in der Soundkarte verarbeitet werden müssen. Das kann sein, muss aber nicht. Da hilft nur testen und ausprobieren.

Vor- und Nachteile interner Soundkarten

Creative Sound Blaster Z
Creative Sound Blaster Z
61,90 €
Versandkosten möglich

Die ursprüngliche Form der Soundkarte gibt es auch heute noch. Die Platine zum Einsetzen in den Computer benötigt keinen Platz und bietet auch direkt interne Verbindungmöglichkeiten an die Audioanschlüsse an der Vorderseite des Computer. Um hier auf Anhieb die richtige Verkabelung hinzubekommen, wird aber etwas Grundwissen benötigt.

Der eigentlich Einbau einer Soundkarte ist allerdings spielend einfach. Gehäuse aufschrauben und öffnen, einen passenden freien Steckplatz suchen, das Staubschutzblech entfernen, Soundkarte einsetzen, verriegeln und alles wieder schließen. Zum Einbau der Soundkarte sollte der Rechner ausgeschaltet und vom Strom getrennt sein. Sicher ist sicher!
Alles Weitere erledigen moderne Betriebssysteme nach dem Starten des Rechner von alleine. Für den optimalen Bedienungskomfort der Creative Labs Soundkarten empfiehlt sich aber auch die Installation der mitgelieferten Software. Diese bietet weitaus mehr Einstellungsmöglichkeiten als die Standardeinstellungen von z.B. Windows.

Nachteilig an internen Soundkarten ist das Anschließen der Kabel. Steht der Rechner unterm Schreibtisch, ist nämlich erstmal Kriechgang angesagt. Das Kopf-unter-die-Tischplatte-rammen gehört ebenfalls dazu. Stellen Sie sich also schon mal darauf ein. Manche interne Soundkarten kommen auch mit einem Bedienteil für die Fontseite des Rechners. Dieses wird in einen 5 ¼-Zoll Schacht des Computers montiert.
Hier befinden sich dann Anschlüsse, Lautstärkeregler und weitere Funktionen. Wer häufiger die verkabelten Geräte wechseln muss, ist mit so einem Frontbedienteil gut beraten.

Vor- und Nachteile von USB-Soundkarten

USB-Soundkarten eignen sich besonders gut für Notebooks (hier ist auch gar keine andere Möglichkeit für eine Erweiterung der Soundmöglichkeiten gegeben). Aber auch Besitzer eines Desktoprechners die oft neu verkabeln, sind mit einer Lösung für den USB-Anschluss gut bedient.

Nachteilig an USB-Lösungen ist der Platzbedarf auf dem Schreibtisch und die Belegung eines entsprechenden USB-Anschlusses. Qulitativ sind, trotz der externen Lösung, keine Einbußen hinzunehmen.
Praktisch an USB-Soundkarten wiederum ist der häufig an der Box zu findene Dreh-Lautstärkeregler. Einige Modelle werden sogar mit einer kleinen Fernbedienung geliefert, die sogar bei der Wiedergabe von Musik oder Video die Titelauswahl ermöglicht.
Bevorzugen Sie eine feste Installation mit wenig Platzbedarf, sollten Sie zur internen Lösung greifen. Einmal auf den Knien rumrutschen und der Käse ist gegessen. Sollen mehrere Geräte im Wechsel angeschlossen werden oder der Bedienkomfort erhöht empfiehlt sich die interne Lösung mit dem Bedienpanel an der Vorderseite des Computers oder eben die USB-Box.

Unter dem folgenden Link finden Sie einen Test der SoundBlaster X-Fi, die ich selber in Benutzung habe.