Tapedeck und Kassettenspieler kaufen - Tipps

Klein, handlich und jede Menge Speicherplatz. Die Rede ist nicht von einer Speicherkarte sondern von einem mittlerweile ausgestorbenem Tonträger: die Audiokassette. Im deutschen Sprachgebrauch wurde und wird meist nur die gekürzte Form „Kassette“ verwendet.

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  • Hilfe: USB-Gerät oder Tapedeck?
  • Dolby hilft bei der Rauschunterdrückung

Schrecken aller Kassetten: der Bandsalat
Schock für Kassettenbesitzer: Bandsalat!
Besonders bei Kassetten lohnt es sich, mit dem Vorgang der Digitalisierung nicht zu lange zu warten. Denn das Alter wirkt sich auf die Qualität des Magnetbandes aus. Das Band in einer Kassette ist natürlich kein echtes Magnetband aus Metall, sondern nur ein Kunststoffband mit einer magnetischen Beschichtung. Und diese Beschichtung unterliegt einem Alterungsprozess, der natürlich auch von der Qualität der Kassette an sich abhängig ist.

Aber auch Pflege, Staub und Umgebungstemperatur bei der Lagerung spielen eine Rolle bei der dauerhaften Qualität einer Kassette. Die mechanische Funktionsweise sorgt beim Abspielen von Kassetten für Fehlfunktionen. So kann es beim Ausleiern der Rollen im Kassettengehäuse zu einer Lockerung der Tonbandspannung kommen. Dann ist der nur ungern gesehene Bandsalat schneller und öfter da, als einem lieb ist.
Und spätestens wenn sich die Kassette dann im Abspielgerät völlig verheddert hat, ist ihr Lebenslicht oft ausgepustet.

Geschichtsstunde zur Audiokassette

Walkman Sony
Mobil Musik hören: der Walkman

1963 wurde die Kassette als Neuheit auf der Funkausstellung in Berlin präsentiert. Basierend auf der bereits bestehenden Technik des Tonbandes bot die technische Neuheit aber einen großen Vorteil. Die Kassette war wesentlich kleiner und auch die dadurch kompakteren Kassettenrecorder ersetzten die klobigen Tonbandgeräte recht schnell.
Der größte Vorteil der Kassette gegenüber der Schallplatte war die Möglichkeit, eigene Aufnahmen zu erstellen. Die Qualität war anfangs im wahrsten Sinne des Wortes „berauschend“, aber die technische Entwicklung ging natürlich weiter. Und so sorgte die Dolby Rauschunterdrückung ab 1968 für einen Anstieg der Audioqualität und einen weltweiten Erfolg des Systems.
Aufgrund des leichten Handlings fand die Kassette schnell ihren Markt. Besonders als Tonträger für Hörspiele war die Kassette auch hierzulande sehr erfolgreich.

Kassetten: Für Musik und als Datenträger geeignet

1979 hatte Hersteller Sony eine grandiose Idee. Statt eines Kassettenradios mit integrierten Lautsprecher wurde das eigentliche Kassettenlaufwerk auf ein Minimum geschrumpft und mit einem Kopfhörer ausgeliefert. Fertig war der Walkman, der einer ganzen Gerätesparte seinen Namen gab.

Auch die Computerindustrie der frühen 80er entdeckte die Kassette. Sie diente als Speichermedium für berühmte Heimcomputer wie den Commodore 64. Das ging zwar alles fürchterlich langsam, war aber günstig.

Tapedecks und die Rauschunterdrückung

Hörspielkassette als MP3 auf dem Smartphone
Verwertungskette: Kassette - MP3 - Smartphone

Möchten sie zum Kassetten digitalisieren ein neues oder gebrauchtes Tapedeck kaufen, achten Sie auf eine möglichst vielfältige Unterstützung der Rauschunterdrückung.
Das oben erwähnte Dolby-System fungierte unter dem offiziellen Namen Dolby-B, das Nachfolgesystem Dolby-C knüpfte an den Erfolg an.

Die letzte Inkarnation Dolby-S schaffte es nicht mehr, den Erfolg aufrecht zu erhalten. Nicht weil es die Erwartungen nicht erfüllte, es kam einfach zu spät auf den Markt um noch erfolgreich zu sein. Die Digitalisierung in der Musikwelt hatte bereits um sich gegriffen.

Ein Tapedeck sollte mindestens Dolby-B und C beherrschen, idealerweise auch das System S. Denn für die optimale Audioqualität muss die Wiedergabe mit dem System erfolgen, mit dem die Kassette auch aufgenommen wurde.

Kassettendeck kaufen: Neugeräte sind Mangelware

Skywalker II USB-Kassettenspieler
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Die Kassette hatte im Massenmarkt eine deutlich längere Lebensdauer als die Schallplatte. Während sich aber das Vinyl auch heute noch tapfer in einer Nische halten und sogar steigende Verkaufszahlen vermelden kann, sind Kassetten quasi komplett vom Markt verschwunden.
Die Chancen auf eine Rückkehr bewegen sich um den Gefrierpunkt, sind also sehr, sehr unwahrscheinlich. Für Kassettenfans ist das allerdings ein Problem. Denn aufgrund des geringen Marktanteils mangelt es natürlich auch an Abspielgeräten. Der Gebrauchtmarkt ist zwar groß, aber Kassettendecks für die Stereoanlage oder eben mit den Dolby-Features sind neu nur selten zu erstehen.

Das Problem ist aber gar nicht so schlimm, denn die Hersteller haben nicht nur die Plattenspieler mit USB aufgerüstet, sondern auch kleine Kassettenspieler. Und die sind sogar relativ günstig zu erstehen. Bereits in Preisbereichen zwischen 20 und 30 Euro geht es los.

Zu diesem Kurs dürfen natürlich keine Klangwunder und Toptechnik erwartet werden. Das ist aber ebenso nicht weiter schlimm, denn der Hauptzweck der Walkman-ähnlichen Geräte ist die Digitalisierung von Kassetten und hier bleibt dann die Möglichkeit der Nachbearbeitung des aufgenommenen Audiomaterials am Computer. Für unterwegs lassen sie sich allerdings auch problemlos als Walkman nutzen, wenn man das denn wirklich möchte…

Besitzen Sie ein noch funktionierendes Tapedeck, benutzen Sie dieses zum Digitalisieren Ihrer Kassetten. Auch ohne USB-Anschluss lassen sich die älteren Geräte problemlos per Cinch- und Klinkekabel mit dem Line-In-Eingang am Computer verbinden. Das gilt übrigens auch für die kleinen USB-Kassettenspieler, die als Walkman genutzt werden können. Auch hier kann über den Kopfhörerausgang die Verbindung zum Computer hergestellt werden.

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